Archive für Kategorie: Apoll und Venus-Gedichte

Dear visitors of our (Nissenet Stifanos and Heike van den Bergh)

Poetry Lecture „Geliebte Fremde“ on Sat, 10-10-2015 in the Red Sea Restaurant!

I hope this was a enjoyable evening for you as it was for us

due to the welcoming hosts, surroundings and very nice interior and food!

Hope to see you soon on one of our next lectures in December and January 2016!

enjoy your autumn break – maybe with the lecture of a nice book,

or a stroll in the park:

here is my autumn poem „Erntedank- Duft des Herbstes“ for a preparation to that…

Stay tuned in…

ERNTEDANK – DUFT DES HERBSTES

Honigsüß tropft das Gold
von den leuchtenden Blättern der Bäume
und umnebelt mir die Sinne
modrig-staubig und zartbitter nehme ich die Sporen der Pilze
in der Luft wahr, fast atme ich schlecht
deftig-warm und feucht-dräuend satt
steigt das Aroma der frisch zum Winter gepflügten Äcker auf,
ihrer reichen Beute entledigt

Herbst ist herzhaft in meinen Sinnen
ich fühle ihn feucht, mit letzter Sonnenwärme und -Licht
die Frucht, vollreif,

vergeht im Nebel…

Copyright Heike van den Bergh

rights free from wikemdia commons

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Karneval_der_Kulturen1_-_Mutter_Erde_kleinCopyright: rechtefrei aus Wikimedia Commons, Titel “Mutter Erde“ beim Karneval der Kulturen 2008 in Berlin

Lesung am 15.08.2015 19 Uhr

mit Nisenet Stifanos und Heike van den Bergh

Im „Red Sea“ Eritreisches Restaurant, Thomas-Mann-Straße 24, 53111 Bonn

Nisenet Stifanos und Heike van den Bergh, zwei Autorinnen aus Bonn,

erzählen in ihren Texten und Gedichten von ihrer beider Erfahrungen mit dem Leben in einer fremden Kultur und vermitteln ihre Auseinandersetzung damit,

die Balance zwischen Heimat, Fremde, Nähe und Distanz zu finden und somit eine eigene kulturelle Identität zu entwickeln.

Nisenet Stifanos kam als junges Mädchen als Einwanderin aus Eritrea nach Deutschland, besuchte hier die Schule und machte eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten. Sie ist alleinerziehende Mutter einer Tochter und hat das Glück, dass ihre Mutter und einige Verwandte hier in Deutschland leben, die ihr bei Schwierigkeiten beim Sicheinleben sehr zur Seite standen. Sie sind ein Stück Heimat für sie, auch wenn sie sagt, dass Bonn ihr Zuhause ist, dass sie ein „rheinisches Mädsche“ ist.

Heike van den Bergh, aus einer Familie mit multi-kultureller Herkunft aus Europa, wuchs in einer schwäbischen Kleinstadt auf, wo sie sich aber fremd fühlte und schon früh Kontakte zu Jugendlichen aus aller Welt pflegte. Folgerichtig studierte sie Romanistik und Japanologie und lebte ein Jahr in Japan. Diese intensive Begegnung mit einer uns fremd erscheinenden Kultur hat sie tief geprägt, denn auch sie erlebte die Diskrepanz zwischen der Liebe zu der fremden Kultur und der Schwierigkeit, ihr und den Menschen nahe zu kommen. Sie ist heute als Fremdsprachendozentin und Relocation Scout tätig. Sie sagt: „Bonn ist meine zweite Heimat geworden, aber die Welt ist mein Zuhause.“

BITTE ANMELDEN WEGEN PLÄTZEN BIS 14.08.15, 18 Uhr: cassiopeia3@gmx.net

es wäre schön, wenn Sie die kostenlose Gastfreundschaft der Inhaberin des Restaurants wertschätzen und aus der Karte an eritreischen Leckereien oder eine Kaffeezeremonie bestellen! Mindestverzehr an Getränken.

LINKS: www.apollundvenus.wordpress.com;

 

 

 

 

Trauriger Clown –zu Portrait des Großvaters von Vadim Lyubich, Jude in der Ukraine+Rote Armee-Held

Die Nase ein Fanal des unbrechbaren Willens,

doch tragisch am unteren Ende, ein Tränentropfen, weist sie auf den zu schmerzreich- gezwungenem Grinsen verzerrten Mund, übermalte Heiterkeit, großmäulig kleinlaut,

über Demütigung, Verlust und Leiden.

Doch: die Augen! Sehr tief in ihren Schattenhöhlen, glimmen wie zwei unauslöschliche, ewige Feuer der Glut der Leidenschaft und Willenskraft, der Inspiration und des Glaubens an das Höhere, blicken sie in eine ferne Welt, sehnsuchtsvoll, voller Güte.

Die Stirn – hochgebügelt unter der Perücke, edelvoll Gedanken um das Wissen der uralten Kultur, zerfurcht von Tragik und Drama des Unverstandenseins, nie das Zweifeln missend.

Ich folge dem Licht- und Schattenspiel auf die linke Seite – da sticht ganz klar der große Kämpfer und Held empor, kämpfte für Freiheit und Gerechtsein zu jeglichem Wesen,

gegen Zerstörung und Verderbnis der geistlosen Massen gegenüber den Minderheiten.

Nun, von rechts gesehen, erkenne ich ein dem Weltraum sondenartig weit geöffnetes Ohr.

Empfängt die Botschaften der Engel, aus dem Kosmos, feiner Filter für

reinen Wortenlärm und Hülsengetöse, nur die Erkenntnisse der Weisheit dringen durch.

Von unten, zentral betrachtet, scheint der Todesengel zu schweben,

sein Schicksal, über dem fast hohlen Schädel, zersetzungsgezeichnet, dem Untergang

scheinbar geweiht -doch dann: ein Sonnenstrahl: es ist der ganze Narr

ein trauriges, unzerstörbares Friedensmahnmal!

© Heike van den Bergh * 1966 in Waiblingen

I wish all my visitors happy holidays, whatever you celebrate at this time of year – St. Lucia, Hanuka, Newroz or Christmas- Joyeux Noel, feliz navidad und Frohe Weihnachten and please let the inner light of the love for the existence and creation shine in your hearts whenever you light a candle…

Just forget about your busy plans for presents and the Christmas dinner – just think of the true message of this Holy Feast: as the angels sang on the camps to the shepherds:

„may peace prevail on earth and be grace be with human mankind“.

„Friede auf  Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“

Gloria in exelcis deo…

Thank you very much for your loyalty the past year and I am looking forward to see you again in 2014, in the „Year of the horse“, a very active, forward-striving year, full of creativity and positive energies. Please never lose your patience with the people around you and with yourself!

All the best wishes

and: in Japanese:

Akemashite omedetoo gozaimasu. Kotoshi mo doozo yoroshiku onegaishimasu.

„Good luck with the opening of the New Year.

Pls. stay favorable with me also in the Next Year.“

And on New Year’s Day, maybe do it like the Japanese in this haiku of mine:

do some creative act very consciously and concentrated for the first time:

Erster Pinselstrich

Frischer Schnee zum Neujahrstag

                                                                                                Jungfräuliches Weiß

Ihre / Your Heike van den Bergh

Sumi-e von Rita Böhm

Sumi-e von Rita Böhm

This poem was my first of my „apoll and venus“ poetry cycle. It describes the feeling of finding an inner home with a beloved person – especially in a „cold, stormy winter night“…

Home again

 

Your eyes

Your smile

Your sighs

Your smell

All speak to my soul

The sweet language of love.

Between the lines

I‘ ve found something

Which resembles  a treasure

I lost a long time ago.

It reveals the dark shadows

Of the even immediate past

And tells me, what I should

Have understood long ago:

I don‘ t have to look

Any further all the time

–         I have to be found.

My home found me

–         though all those obstacles

I put on its path

–         though all those doubts, fears and anger.

It opened the shutters of my heart

To see and understand:

My home is my innocence,

my kindness, my faith,

my belonging, my loyalty,

my roots, my trust,

my desires.

It‘ s just like coming home

From a cold, stormy winter night

And already see with a glimpse

Through the small, half-frozen window:

A wooden table in the kitchen,

a warm hearth fire,

a hot soup,

and a simple loaf of bread

in the middle,

a light,

and a beloved one

waiting for me to share all this.

You. Make me see the world with different eyes

Make me smile with joy.

© Heike van den Bergh

Stumme Wände

 

Ich brülle meine Stummheit

gegen die halllosen Wände

Ich höre – leere Stille um mich herum-

in Valium-Wattenebel getränkt

Ich lausche den peinlichen Weggucker-Blicken

und ritze mir die Erinnerungen

unter die Haut-

Orthographie der Traumata und Verletzungen

Ich schmecke

den rostigen Saft des Unverstandenseins

auf meinen Lippen

Werfe Spitzmaulangeln und Fingertanzköder aus

nach den Menschen da draußen

Sie antworten nie,

oder, wenn, dann in einer Sprache,

die meinem Körper nicht gehört.

Hier stand ich:

In der geschwätzigen Gischt,

im Labyrinth des babylonischen Wellengetöses,

das mir meine Hautohren fast taub schrie,

mit Dir, mit Dir!,

du Poetin der Fingerschattenspiele

und Schmetterlingsblütenlippen,

die so schön redete, lachte, tanzte, sang

mit ihrem ganzen Körper in den Wellen,

Märchen aus 1001 Welt erzähltest du mir,

ich wurde nie satt, dir zuzuhören,

denn du konntest meinen Bann brechen,

der da heißt:

GEHÖRLOS. TAUBSTUMM. OHNE WORTE.

Dann bist du ins Meer eingetaucht und nie mehr zurückgekehrt,

meine Seejungfrau.

Ich lege mich in die zarten, kleinen Strandstreichelzungen der Wellen

und lausche ihrem  Gesang mit meinem ganzen Körper.

Da höre ich dich mir zuflüstern:

„Ich bin noch da. Ich bin bei dir. Ich bin in dir.

ICH, DIE EINSAMKEIT.“

© Heike van den Bergh

Fremd-Sprecherin

 

Geistvoll  parlieren en français

Im Literatursalon

Geistlos  chatten in English

Im Internetforum

Kategorisch befehlen auf Deutsch

Im Arbeitsumfeld

Sehnsüchtig und sanftmütig – voller  saudade –

Farlar em portuguěs

Am Strand des Ozeans mit dem Liebsten

Gritar como un energúmo –

Wie ein Bessenener  schreien

De la rabia – vor lauter Wut:

„No pasarán!”

en Espaňol

auf der Demonstration.

cantare i volare –

singen und  fliegen-

 a  causa di passione-

vor Leidenschaft

in italiano

auf der Opernbühne

„sabishii, sa!“ sasayandeiru

–         „Verlassenheit“ flüstern-

–         vor Einsamkeit

–         nihongo de

–         auf Japanisch-

–         in einem  Zentempelgarten

doch: welche  Sprache ist  meine?

Welches Gefühl spreche ich?

Spreche ich nicht alle Gefühle

In ihrer Sprache?

Spreche ich nicht keins der Gefühle

In allen Sprachen?

Bin ich Fremd-Sprecherin auf Deutsch,

wenn ich sehnsüchtig

schmachte,

und Fremd-Sprecherin

auf Japanisch,

wenn ich vor heiligem Zorn

koche?

In welcher Sprache,

in welchem  Gefühl spreche ich  „fremd“?

Bin ich mir Fremde?

Ich verstumme:

Lausche in mein Inneres.

Höre zu.

Den Menschen um mich herum.

Der Stimme in mir.

Sie antwortet:

Deine Muttersprache des Herzens

Ist die Liebe.

Deine  Fremdsprache der Seele

Sind Hass, Neid und Gier und Angst.

Und die Sehnsucht deines Geistes

Sind:

Alle Sprachen in Frieden zugleich!

Alle  Sprachen und Gefühle

Sind Heimat,

nichts und keine sind dir fremd.

Dann bist du in dir

Und in der Welt

Zuhause.

Copyright Heike van den Bergh